Anmeldedatum: 27.12.2008
Beiträge: 44
Wohnort: Bad Segeberg
|
Für eine weltoffene und demokratische Gesellschaft!
Wie in jedem Jahr seit 2006 wollen auch 2010 Nazis wieder in Lübeck aufmarschieren. In den vergangenen zwei Jahren bedeutete das: Ein ganzer Stadtteil wird abgeriegelt, damit die Nazis unbehindert von Protest und Widerstand ihre geschichtsverfälschenden Parolen verbreiten können.
Es bedeutet aber auch, dass Tausende Menschen aus Lübeck und Umgebung sich versammeln, um deutlich zu machen: Wir schweigen nicht, wir sehen nicht tatenlos zu, bei diesem braunen Treiben. Wir stehen für eine offene, demokratische und tolerante Gesellschaft, in der für rassistisches und antisemitisches Gedankengut, für eine Verherrlichung des Hitler-Regimes kein Platz ist.
Wir sind uns bewusst, dass sich hinter den Parolen der Nazis das Bestreben versteckt, die Verbrechen Nazi-Deutschlands zu wiederholen. Dem stellen wir uns entschlossen in den Weg!
Seit 2006 haben sich Lübeckerinnen und Lübecker aus ganz verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammengefunden und das Bündnis "Wir können sie stoppen!" ins Leben gerufen. Bei allen unterschiedlichen weltanschaulichen, politischen und religiösen Positionen eint uns die Überzeugung, dass die Demokratie der Naziideologie grundsätzlich, undiskutierbar und ganz entschieden entgegen steht.
Auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsams haben wir das in den vergangen Jahren klar und deutlich zum Ausdruck gebracht: 2006 hat unsere gemeinsame Blockade auf der Holstentorbrücke den Nazis den Weg in die Innenstadt versperrt. 2007 konnten wir eine Kundgebung der Nazis auf dem Kohlmarkt verhindern, weil wir von dort nicht gewichen sind. 2008 wurde der Nazi-Aufmarsch durch St. Lorenz-Nord mittels einer Sitzblockade in der Hansestraße erheblich verzögert. 2009 wurde durch starke Präsenz von Gegendemonstranten die Naziroute durch die Polizei verkürzt.
An diese erfolgreichen Aktionen wollen wir 2010 anknüpfen.
Wir werden die Straßen Lübecks nicht den Nazis überlassen. Gleichzeitig suchen wir nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei. Neben Kundgebungen und Menschenketten halten wir besonnene und entschlossene Sitzblockaden auf der Aufmarsch-Route der Nazis für ein geeignetes Mittel, dafür zu sorgen, dass diese alljährlichen Aufmärsche in Zukunft unterbleiben. Dies wird gelingen, wenn sich Tausende Menschen am 27. März 2010 an solchen Aktionen beteiligen!
Der jährliche Aufmarsch der Nazis
Als Anlass für den Nazi-Aufmarsch soll die Bombardierung Lübecks durch die Alliierten herhalten. Heuchlerisch und zynisch verschweigen die Nazis dabei, dass es Deutschland war, das den Zweiten Weltkrieg entfachte und so Europa und die ganze Welt in Brand setzte. Die Toten der Bombardierung Lübecks werden von den Nazis missbraucht, um den Holocaust zu verharmlosen und die millionenfachen Verbrechen des Nationalsozialismus vergessen zu machen.
Dieser alljährliche Aufmarsch ist mittlerweile die wichtigste und größte regelmäßige öffentliche Veranstaltung der Nazis in Schleswig-Holstein. Sie hat für die Nazis eine wichtige Funktion zur Stärkung ihrer Strukturen und ihres Selbstbewusstseins. Ein ungestörter Nazi-Aufmarsch fördert den Einstieg in die Nazi-Szene, zelebriert den Zusammenhang im Sinne einer nationalsozialistischen Identität und dient der Vernetzung von ansonsten lokal agierenden Nazi-Gruppen.
Umgekehrt heißt das aber auch, dass jede Störung im Ablauf des Nazi-Aufmarsches an diesem Tag eine konkrete, spürbare Schwächung der Nazi-Szene darstellt. Auch wenn eine Verhinderung von Aufmärschen nicht unsere einzige Maßnahme in der Arbeit gegen die Nazis sein kann, stellt dies doch einen nicht zu unterschätzenden Bestandteil daran dar.
Wir rufen alle Menschen, Junge und Alte, mit und ohne deutschen Pass dazu auf:
Beteiligt euch zahlreich an den verschiedenen Aktionen, Gottesdiensten, Kundgebungen und Blockaden!
Treffen: 27.03.2010, ca. 10.30 Uhr, Hauptbahnhof Lübeck
Andachten:
9.30 Uhr, St. Lorenzkirche
9.30 Uhr, Herz-Jesu-Kirche
9.30 Uhr, St. Marien
9.30 Uhr, Lutherkirche
9.30 Uhr, Bodelschwingh-Kirche
Danach Prozessionen zum Hauptbahnhof
Protestmarsch der SPD
9.30 Uhr, Schuppen 6 (Drehbrücke) zum Bahnhofsvorplatz |
_________________ Sich fügen heißt lügen! |
|